Ursprünglich als Bericht meines Jakobs-Weges 2007 geplant gebe ich nun Kunde von Wichtigem und Unwichtigem...also eher Unwichtigem...
Zitat des Tages
Montag, 30. Juli 2007
Samstag, 28. Juli 2007
5 x Deutsche Bahn....
Erstaunlich ist die Bräsigkeit, mit der die 'Fahrplanabweichungen' von den Kunden akzeptiert werden sollen, keine Spur von Bedauern oder Ersatzleistungen. Beim Beschwerdetelefonat mit dem Bahncard-Kundenservice gab's Statistik: 2,1 Mio Fahrgäste täglich, 1500 Suizide jährlich, etc etc. Aber man könne verstehen, das ich mich abreagieren müsse....
Dem Herren konnte geholfen werden, auf meine unnachahmlich zurückhaltende Weise habe ich das getan.
Hannover war nett, mit dem Wetter Glück gehabt und abends draußen gut gegessen.....
Hannovers Bahnhof bei Nacht
Donnerstag, 26. Juli 2007
Wie im Auenland.....
Wunderschöne Landschaft - und auch die Bewohner haben etwas von Hobbits an sich ;-)

Auf der Rückfahrt an der Mosel kamen dann Erinnerungen an die Geschehnisse des letzten Jahres hoch, also habe ich meinen ursprünglichen Plan eines Schiffausfluges in Koblenz auf Eis gelegt.
Die Strafe folgte auf den Fuß, kurz vor Hamm die Durchsage des IC-Lokführers "Kinder auf der Strecke". Mit einer Stunde Verspätung in Bielefeld angekommen, ab in die Eurobahn. Nach 5 Minuten Fahrt - ich traue meinen Ohren nicht - die Durchsage "Kinder auf der Strecke"....Die 'Bundespolizei' bekommt die Lage aber schon nach 50 Minuten in den Griff.
Da sag noch mal jemand, wir hätten zuwenig Kinder in Deutschland.
Sonntag, 22. Juli 2007
Viel rumgekommen...
Der Kopf ist freier, viele Dinge sehe ich klarer. Entspannter bin ich auch, und die Annehmlichkeiten meines Zuhauses weiß ich besser zu schätzen. Erfreulicher Nebeneffekt: die Kondition ist erheblich gestiegen und der Stoffwechsel ist wieder angesprungen..
Die paar Jahre dazwischen habe ich - wie so oft - nicht wirklich zu schätzen gewußt.
Mittwoch, 11. Juli 2007
Zuhause. Ausgeschlafen.
Es war ein klein wenig muffig. Und ja, 3 Mann schnarchten.Und nein, ich habe nicht geschlafen....Und meine Überraschung wuchs ins Unermessliche als ich morgens bemerkte, das alle anderen Abteile des Waggons leer waren....
Aber andererseits: der Streik der Lokführer und Co behinderte nicht meine Rückreise. Und ich bin gesund daheim. Und ich habe - wie in einem guten amerikanischen Film - auch etwas auf dieser Reise gelernt: GEHE NICHT IN DER PROVINZ AUFS KLO.
Mehr gibt' in den nächsten Tagen....
Montag, 9. Juli 2007
Figeac...
Sonntag, 8. Juli 2007
Der Diesel kommt in Betriebstemperatur
Habe die Kommentarfunktion fuer jedermann freigegeben!
Samstag, 7. Juli 2007
Und der goldene Blödmann geht an...
Für heute war wieder übles Wetter angesagt - aber es hat den ganzen Tag die Sonne bei 28 C
Bin am Anfang mit einem englischen älteren Paar (Maurice + Lynne) gegangen, mit ein wenig Unterhaltung vergeht die Zeit wirklich besser.
Morgen geht´s mindestens bis Conques, dort ist die 200 km Marke...und dann - wenn ich mir die Unterkunftsmöglichkeiten gaaaanz genau angeschaut habe - schaue ich mal weiter.
Mit den Aubrac-Rindern und dem Aligot (Regionale Spezialität: Kartoffel-Käse-Brei) ist es jetzt langsam vorbei...bin gespannt auf neue ´Schweinereien´.
Bilder folgen bei nächster Gelegenheit ...
Freitag, 6. Juli 2007
Col d'Aubrac - Nebel + 10 C...aber die Haare liegen...
Donnerstag, 5. Juli 2007
Sinnfrage
Gestern war ich bis St. Alban gekommen, dort bin ich heute morgen um 7 h gestartet. Jetzt ist es kurz vor 11 h und 15 km sind geschafft. Die ständigen Auf- und Abstiege ziehen mir langsam den letzten Zahn: allein bis jetzt 6mal ca 100 m hoch und 90 wieder runter. Das ganze auf ca 1200m über Meeresspiegel, ich schwitze obwohl es wieder lausig kalt und extrem windig ist, max 10 C.
15 km muss ich heute noch gehen, dort ist die nächste Herberge. Spass macht das augenblicklich nicht...
So Gott will, schaffe ich heute die 100 km Marke....und irgendwann wird's auch wieder besser laufen...
Mittwoch, 4. Juli 2007
Alle Herbergen sind besetzt, also entscheide ich mich für ein kuscheliges Hotel.
Nach 10 Minuten kriege ich kaum noch Luft und meine Augen schwellen an - könnte am allgegenwärtigen Schimmel liegen...naja, kostet auch nur 40 . Riecht nach Druckbetankung in einer Bar....
Immerhin habe ich heute den ersten Pilger kennengelernt, er wandert schon seit Christiansund . Ausserdem ein belgisches Pärchen, einen kanadischen Pharmazeuten und eine Französin, die - Überraschung - Englisch sprechen kann.
Ausserdem habe ich heute getroffen: 6 Hunde, 20 Pferde und 300 Kühe.
Zwei Kirchen und eine Kapelle habe ich besucht, das hat mir Kraft gegeben. Und ab morgen soll das Wetter besser werden...
Bilder werden beim nächsten ´Cyber Café´ nachgereicht.
Schneeregen....
Dienstag, 3. Juli 2007
Die Bestie von Gévaudan...
Hier habe ich bis jetzt KEINEN Pilger getroffen und nur 4 Wanderer von Weitem gesehen. Gestern und heute habe ich auf knapp 50 km nicht mal ein Dutzend Menschen getroffen.
Die einzige Begleitung war ein Hund, dem so sterbenslangweilig zumute gewesen sein muss, das er mich fast 10 km weit begleitete...dann kam sein Herrchen wild hupend hinter uns auf dem 'Wanderweg' angefahren und sammelte ihn ein - ich schaetze, er versucht's heute wieder...;-))
Kein Café oder eine Bar haben geoeffnet, in denen man sich kurz ausruhen und staerken kann.
Im Gegensatz dazu erinnert der Camino in Spanien da eher an die Schinkenstrasse auf Mallorca.
Gestern schlief ich in der 'La Vielle Herberge' - die Betonung liegt auf 'vielle' (alt)...aber als ich um 21 Uhr in St Privat d'Allier ankam (gegen 15.30 h losgegangen), war mir alles egal. Ohne Essen ins Bett und heute morgen um 7 h ging's weiter. Geplant hatte ich ca 27 km, geschafft habe ich 18 km...ich habe die An- und Abstiege (gerade jetzt in den ersten Tagen) schlicht unterschaetzt. In Saugues bin ich in einer Herberge untergekommen - und seitdem regnet es ...
Mit dem Handy-Empfang ist es uebrigens nicht weit her- hier im Zentralmassiv. Also nicht verzweifeln, falls ich mich auf eine SMS erst spaet melde....habe das Mobile eh nur abends fuer eine Stunde an....
Montag, 2. Juli 2007
Erste Lektion
Sitze hier in St.Etienne - der beruehmte TGV hatte auf 2,5 h Fahrzeit 50 Minuten Verspaetung. Dadurch habe ich den Anschlusszug nach Le Puy verpasst . Ich nehme das mal als erste Lektion in Sachen Duldsamkeit....ist schon erstaunlich, wie schnell einem die Ungeduld ausgetrieben werden kann. Die 2 Std. Aufenthalt nutze ich jetzt halt fuer Internet und einen leckeren Cafè au lait.
In Le Puy werde ich kurzfristig entscheiden, ob ich heute noch losgehe (wer weiss; wieviel Verspaetung der naechste Zug haben wird...*g*)
Abends:
Bin dann gegen 15 h in LePuy eingetroffen. Als ich in St.Etienne zurueck zum Bahnhof kam, erwartete mich eine Ueberraschung: ein Paar, das auch im verspaeteten Zug aus Paris gesessen hatte, hatte fuer mich ein Entschuldigungs-Lunchpaket der SNFC aufbewahrt. Schoen!
Weniger schoen, das das Paar mich einlud, in der zwei Stunden dauernden Fahrt nach Le Puy neben ihnen zu sitzen und nach und nach dem gesamten Zugabteil meine FranzoesischUNkenntnisse zu offenbaren....
Von Le Puy über Tallode-Liac-Lic-Ramourouscle-Montbonnet-Le Chier nach Saint Privat-d´Allier
Tageskilometer: 23
Gesamtkilometer: 23
Wetter: bedeckt-trocken
Unterkunft: La Vielle Auberge
Befinden: platt - 600 HM
Sonntag, 1. Juli 2007
Hotel Terminus
Die Fahrt von Köln nach Paris verlief reibungslos, auch wenn ich den Eindruck hatte, in einem rollenden Banlieu zu sitzen...ab Lüttich war ich der einer der wenigen Weißen im Zug. Die Ferien haben hier begonnen - und damit auch das Chaos. Anstehen für ein Metro-Billet: ca 40 Minuten - auch am Automat. Anstehen für ein Taxi: ca 30 Minuten. Kein Witz, guckst Du hier:
Morgen früh geht's um 7 h weiter über St.Etienne nach Le Puy. Ankunft um 11.07 h, geplant hatte ich eigentlich, den Tag zum Eingewöhnen in der Stadt zu verbringen. Kann aber kaum die Füße still halten und erwäge jetzt, morgen die erste Mini-Etappe anzugehen...
Na...geht doch...
Warten auf den Streik....
Denn die Bahn fährt vielleicht gar nicht, die Gewerkschaft der Lokführer hat Warnstreiks angekündigt und die Friedenspflicht endet - genau: heute.
Also rufe ich seit gestern abend regelmäßig die Hotline an und warte auf Neuigkeiten.